Lebensversicherung beleihen oder verkaufen?
Wenn die Ersparnisse verbraucht sind und man trotzdem dringend Geld braucht ist eine gute Finanzplanung gefragt. Oder aber lieb gewonnene Sachen wie zum Beispiel das Motorrad oder sein Auto verkaufen, was oft nur bedingt möglich ist. Denn schließlich braucht man diese ja um von A nach B zu gelangen. Wer also nicht auf diese Sachen verzichten kann, aber im Besitz einer Lebensversicherung ist, kann auch diese verkaufen. Doch ist das Lebensversicherung verkaufen die ideale Lösung?
Der Verkauf der Lebensversicherung muss nicht immer die optimale Lösung sein, jedoch bietet sie eine willkommene Alternative zur Aufnahme eines Kredites. Denn dabei tritt der Versicherte seine Rechte an ein Unternehmen ab, welches die Police kauft. Zudem verzichtet er zusätzlich auf spätere Gewinne, die er aus der Lebensversicherung erzielen könnte.
Zwar ist man nach dem Verkauf noch der Versicherte, nur erhält der Käufer alle Rechte am Vertrag. Damit kann der Käufer genauso mit dem Vertrag umgehen, wie der ursprüngliche Versicherungsnehmer. Er ist damit berechtigt die Police auch zu verkaufen oder gar zu kündigen. Bei einer Kündigung würde auch gleichzeitig der Versicherungsschutz für die ursprünglich versicherte Person erlöschen.
Ein weiteres Manko ist, dass die Auszahlungen oft unter dem tatsächlichen Verkaufswert liegt. Leider lässt sich der Auszahlungsbetrag nicht vorher bestimmen, weil dieser hauptsächlich von den jeweiligen Versicherungen abhängt. So erzielt man mit Verträgen einiger Versicherer mehr als für Verträge von anderen Anbietern. Hier ist ein Vergleich der Konditionen von unterschiedlichen Unternehmen unumgänglich, da der Auszahlungsbetrag nicht immer gleich ist.
Ob man seine Lebensversicherung überhaupt verkaufen kann, ist ein weiteres Problem, denn nicht alle Policen werden von Ankäufern angenommen. Diese legen beim Kauf ein großes Augenmerk auf die Restlaufzeit und den Rückkaufswert. Die Restlaufzeit sollte dabei ungefähr noch zwei Drittel betragen. Der Rückkaufswert liegt im Durchschnitt bei 10.000 bis 15.000 Euro. Es empfielt sich allerdings in jedem Fall, ein unverbindliches Angebot einzuholen.
Ein Verkauf der Lebensversicherung kann also mit Risiken behaftet und kann nicht nur zum Geldverlust sondern auch zum Verlust des Versicherungsschutzes führen. Für diejenigen, die beispielsweise aus Bonitätsgründen ohne Aufnahme eines Kredites an Bargeld kommen wollen, stellt der Verkauf der Lebensversicherung aber mit Sicherheit eine Alternative zum teuren schufafreien Kredit dar.
Wer seine Lebensversicherung also verkaufen möchte, sollte sich auf jeden Fall unverbindliche Angebote zum Vergleich einholen.
Eine Alternative zum Verkauf der Lebensversicherung stellt das Beleihen von Versicherungen dar. Hierbei wird die Lebensversicherung nicht verkauft, sondern wie der Begriff schon sagt lediglich beliehen. Der Nachteil beim Beleihen gegenüber dem Verkauf der Lebensversicherung ist der geringe Auszahlungsbetrag. Der Vorteil ergibt sich jedoch aus dem Rückkaufrecht der Versicherung. Im Grunde genommen wird hier eine Hypothek auf eine Lebensversicherung aufgenommen.
Wer also keinen Kredit aufnehmen kann oder will, jedoch nicht seine Lebensversicherung komplett verkaufen möchte, kann immernoch seine Lebensversicherung beleihen, sofern die beleihende Gesellschaft einen zufriedenstellenden Betrag für die beliehene Versicherung auszahlt.
